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Nachruf Dr. Fritz Knoll

 

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 Am 21. Juli 2022 verstarb im Alter von 86 Jahren unser Akademischer Direktor im Ruhestand, Dr. Fritz Knoll.

Dr. Knoll wurde 1935 in Duisburg geboren. Nach seinem Abitur in Jahr 1956 immatrikulierte er sich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn für das Studienfach Chemie, das er im Dezember 1962 mit dem Erwerb des Diploms erfolgreich abschloss. Unter der Leitung von Prof. Dr. Günther Bergerhoff bearbeitete er im Rahmen der Diplomarbeit sowie in der darauf folgenden Dissertation Themen der Anorganischen Phosphorchemie. Er wurde im April 1965 mit seiner Dissertation zum Thema "Zur Synthese neuer Polyphosphane und Polyphosphide mit Kaliumdihydrogenphosphid in Dimethylformamid" zum Dr. rer. nat. promoviert.
Nach der Promotion wechselte Dr. Knoll als wissenschaftlicher Assistent in die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Rolf Appel. Hier erweiterte sich sein Interessengebiet zunehmend in Richtung auf die noch junge Methode der Kernspinresonanz-(NMR-)Analytik mit Schwerpunkt 31P-NMR. Ziel war es, diese verstärkt auf dem Gebiet der Phosphorchemie anzuwenden. Um die Etablierung dieser für die Forschungen im Arbeitskreis von Prof. Appel so wichtigen Methode zu beschleunigen, ging Dr. Knoll für ein Jahr als Postdoc in die USA. Dort arbeitete er bei dem international anerkannten Experten Dr. J. R. van Wazer, Leiter der Zentralen Forschungsabteilung der Firma Monsanto Chemical Company in St. Louis. Monsanto verfügte damals bereits über ein breites Spektrum an modernen spektroskopischen Methoden zur Strukturaufklärung wie z. B. ESR-, Mössbauer-, IR- und Ramanspektroskopie, Massenspektrometrie und eben NMR-Spektroskopie.
Mit Hilfe der erworbenen Kenntnisse baute Dr. Knoll nach seiner Rückkehr in Bonn eine neue Arbeitsgruppe auf dem Gebiet der Kernspinresonanz-Analytik auf, mit der er sehr erfolgreich
war, was eine Vielzahl von Publikationen auf diesem Gebiet belegt. Prof. Appel förderte dieses Vorhaben sehr engagiert, indem er sowohl das damals neueste NMR-Gerät als auch ein ESR-Spektrometer beschaffen ließ.

Dr. Knoll wurde 1968 zum Akademischen Rat ernannt und drei Jahre später zum Akademischen Oberrat befördert. Trotz verlockender Angebote aus der Industrie blieb er dem Institut treu.
1973 zogen die Institute für Anorganische und für Organische Chemie in einen neu errichteten Gebäudekomplex auf dem Campus Bonn-Endenich um. Ein spezieller Trakt "Zentrale Analytik" wurde von beiden Instituten gemeinsam genutzt. Hier leitete Dr. Knoll als Akademischer Direktor den Bereich der Kernresonanzanalytik.

Nach dem Ausscheiden der bisherigen Kustodin Dr. Hedwig Brokopf Ende Juli 1989 übernahm Dr. Knoll ihr Amt und damit fortan die typischen Aufgaben eines Kustoden (Finanzverwaltung,
Personalangelegenheiten und weitere vielfältige Angelegenheiten des Institutsmanagements) - ohne sein wissenschaftliches Interessengebiet Kernresonanzspektroskopie aus den Augen zu
verlieren.

Das Institut erinnert sich gerne an Dr. Knoll als einen sehr sympathischen, freundlichen und zuverlässigen Mitarbeiter, der seine verantwortungsvollen Tätigkeiten korrekt und loyal über
lange Jahre ausführte und dem Institut wertvolle Dienste erwies.

In Gedenken an Dr. Fritz Knoll
für das Institut für Anorganische Chemie

Prof. Dr. Alexander Filippou
Geschäftsführender Direktor

Bonn, September 2022

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